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Religion ArtikelReligion ist der in großen Bevölkerungsgruppen in langen Traditionen, aber auch von Individuen neu entwickelte, kultivierte, gemeinsame oder persönliche Glaube an das über die direkt erfahrbare Existenz Hinausgehende, zumeist an eine oder mehrere übernatürliche (persönliche oder unpersönliche) transzendente Wesenheiten (Gott), gewöhnlich verbunden mit einer Heilslehre , Symbolsystemen und Ritualen.
Als Religionen werden zu dem Beispiel Christentum, Judentum, Islam, Sikhismus, Hinduismus, Jainismus, Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus, Baha'i, Shinto, SanterÃa, Zoroastrismus, Druidentum verstanden. Der Artikel Liste der Religionen der Welt führt die meisten Religionen auf.
Buch-Tipp: Der Koran Ein heiliges 'Buch' in der Moderne Der Koran handelt von der Einzigartigkeit Allahs (Monotheismus) und seinen Anweisungen an die Menschen. Diese werden gemahnt, an das nahende Weltgericht zu denken und sich darum ausschließlich ca. dem einen Gott zuzuwenden und soziale Gerechtigkeit zu üben. Mit Hilfe von Geschichten über die Bestrafungen der... | |
Religio konnte in dem Lateinischen "Gottesfurcht", "Frömmigkeit", "Heiligkeit", aber auch "Rücksicht", "Bedenken", "Skrupel", "Gewissenhaftigkeit" oder "Aberglaube" bedeuten. Die weitere Etymologie des Wortes ist nicht mit Sicherheit geklärt. Nach Cicero (De Natura Deorum 2, 28) geht religio zurück auf relegere, was wörtlich "wieder aufwickeln", in dem übertragenen Sinn "bedenken, achtgeben" bedeutet. Cicero dachte dabei an den Tempelkult, den es sorgsam zu beachten galt. Lactantius (Divinae Institutiones 4, 28) führt das Wort zurück auf religare: "an-, zurückbinden". Mögliche ursprüngliche Bedeutungen von "Religion" sind also "frommes Bedenken" oder die "Rückbindung" an den von Gläubigen wahrgenommenen universellen göttlichen Ursprung.
Abgesehen von diesen etymologischen Unsicherheiten ist das Wort auch heute noch problematisch. Mit der europäischen "Entdeckung" bisher in der so genannten Alten Welt unbekannter Kulturen wurde der Begriff plötzlich auf Sachverhalte angewendet, die zwar Ähnlichkeiten mit dem europäischen Religionskonzept haben (zum Beispiel die Gottesverehrung), in mancher Hinsicht aber auch sehr gegensätzlich sind (zum Beispiel der Ausschließlichkeitsanspruch). Eine Folge dessen ist, dass heute zwar viele verschiedene Religionen und Religionsformen bekannt sind, aber eine allgemeine Definition von "Religion" nicht einfach zu formulieren ist.=== Weitere Ausdrücke, die häufig in dem religiösen Kontext benutzt werden ===
Religionen verehren in der Regel ein oder mehrere Gottheiten oder beziehen sich auf ein transzendentes, unpersönliches Prinzip. Religionen, die einen Gott verehren, werden als monotheistisch genannt, Religionen, die mehrere Götter verehren, als polytheistisch, Religionen, die das Göttliche in der gesamten Welt sehen, als pantheistisch. Daneben kennen vielen Religionen auch Dämonen und Engel.
Viele Religionen vermitteln eine Vorstellung wie alles entstanden ist, eine Schöpfungsgeschichte und ein Bild der letzten Dinge, eine Eschatologie. Dazu gehört die Frage, was mit dem Menschen nachdem Tod geschieht, Themen wie Reinkarnation, Ewigkeit, Jenseits, Himmel oder Hölle, und was letztlich mit der Welt geschehen wird (Weltuntergang, Apokalypse, Reich Gottes).
Die meisten Religionen kennen Priester oder Geistliche, die die Religion lehren oder zwischen Menschen und Gottheit vermitteln.
Zu den Riten, die Religionen praktizieren gehören Gebet, Gottesdienst, Opfer und Prozessionen. Daneben gibt es auch in dem Alltag gelebte Frömmigkeit wie Almosen geben, Barmherzigkeit oder Askese.
Ein Schisma ist eine Spaltung innerhalb einer Religion. Bestrebungen, Schismen (meist innerhalb des Christentums) zu überwinden, werden Ökumene genannt, Bemühungen die Fremdheit zwischen verschiedenen Religionen zu überwinden, dagegen Interreligiöser Dialog. Daneben spricht man auch von einer interreligösen Ökumene, dazu zählt die abrahamitische Ökumene. Das gleichzeitige Ausüben von Praktiken verschiedener Religionen oder der Versuch Religionen zu vereinen wird als Synkretismus genannt. Mit der wissenschaftlichen Erforschung von Religion und Religionen beschäftigt sich die Religionswissenschaft.
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Viele Religionen haben Gesetze deren Einhaltung sie fordern. Hinter religiösen Gesetzen stehen jedoch häufig schwerwiegende ethisch-moralische Prinzipien, die das konfliktarme Miteinander der Mitglieder der Religionsgemeinschaft regeln. Zu dem Teil sollen sie aber auch einfach dem Wohl des Einzelnen dienen, z.B.: Krankheiten verhindern. Diese Gesetze sind häufig direkt dem Religionsstifter (Moses, Mohammed, Joseph Smith) von einem übernatürlichen Wesen überbracht worden.
Um die Gesetze zu schützen und dem Einfluss der herrschenden Klasse zu entziehen werden sie als von übernatürlichen Wesen (Gott, Engel) gegeben dargestellt und damit stehen auch die Herrscher nicht mehr über dem Gesetz. Die Einhaltung dieser Gesetze wird von dem übernatürlichen Wesen unter Androhung von Strafe gefordert oder als einziger Weg zu dem (Seelen-)Heil dargestellt. Ein weiterer Schutz vor der Herrschenden Klasse ist notwendig. Die Gesetze fordern den glauben an die Existens des übernatürlichen Wesens. Hierdurch soll verhindert werden, dass sich ein Herrscher den Gesetzen durch Unglaube entzieht. Dieses Verfahren wendet z.B. auch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland an, indem es einen Paragrafen enthält, der die Veränderung gewisser Teile der Verfassung verbietet.
Hieraus resultiert eine Problematik für die Herrschenden, die nun eine Rechtfertigung für ihre Herrschaft benötigen. Dies führt zu Ideen wie dem Gottesgnadentum, Herrscher die in direkter Linie vom Stifter abstammen und darum gesegnet sind oder echten Theokratien.
Häufig entwickeln sich jedoch noch weitere Regeln die nicht direkt vom Stifter der Religion stammen sondern aus den heiligen Schriften der Religion abgeleitet werden. Einige Regeln entwickeln sich in dem Laufe der Zeit zu sinnentlehrten Handlungen, deren Hintergrund die breite Masse der Gläubigen nicht versteht.
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Religion als soziale Organisierung menschlicher Spiritualität | |
Zu jeder Religion gehören besondere Vorstellungen, Kenntnisse und Praktiken, die den Einzelnen in Verbindung zu der übernatürlichen Wesenheit bringen und/oder zur persönlichen Vervollkommnung führen soll. Diese werden mündlich oder schriftlich überliefert. Die meisten Religionen haben besonders geschulte oder als befähigt angesehene Personen (Priester, Prediger, Schamanen) die ihre Lehren überliefern und verkünden und ihre Rituale ausführen oder leiten. Manche Religionen sprechen einzelnen dieser Menschen gottähnliche, übernatürliches Merkmalen zu.
In manchen Religionen sind diese Führer innerhalb einer formellen Organisation tätig, in anderen unabhängig.
Viele Religionen und Konfessionen pflegen eine eigene Art von Spiritualität. Spiritualität in dem religiösen Rahmen ist das geistliche Erleben, in dem Gegensatz zu Dogmatik, welches die festgesetzte Lehre der Religion darstellt. Das Ritual hingegen ist durch die Religion formalisierte Spiritualität. In dem normalen Sprachgebrauch wird Spiritualität als seelische Suche nach Gott genannt, ob in dem Rahmen von spezifischen Religionen oder jenseits davon.
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Weiterleben der Religion nach der Aufklärung | |
Im späten 19. und während des ganzen 20. Jahrhunderts hat die Religion, besonders das Christentum, in Europa hinsichtlich ihres Rufs, ihrer Macht und ihrer Verbreitung an Bedeutung verloren. Einige traditionell christliche westliche Länder, besonders in Europa, zeigen sinkenden Zuwachs bei Priesteramt und in Klöstern (besonders nach der durch Napoleon forcierten Schließung und Enteignung derselben), und Studien in dem Vereinigten Königreich belegen stark rückläufige Besucherzahlen in Kirchen, Synagogen, etc..
Die Bevölkerungsgruppe, die am schnellsten "den Glauben verliert", war in dem 19. Jahrhundert die sich neu bildende Arbeiterschaft und ist heute die des Bildungsbürgertums.
Erklärungen für dieses Phänomen beinhalten den wachsenden Einfluss der Wissenschaft in der modernen Gesellschaft, die Entwicklung von etwas, das von manchen als "nichtkirchliche Religionen" nennen, wie beispielsweise Marxismus oder Anarchismus, und die Kritik gegenüber missionierenden Religionen durch die Toleranz der Postmoderne. Andererseits könnte auch die allgemein akzeptierte Religionsfreiheit eine Rolle spielen: früher waren auch die an Religion mäßig oder nicht interessierten Leute in aller Regel Kirchenmitglieder, weil das der gesellschaftlich akzeptierte Weg und der Weg des kleinsten Widerstands war - diese Gruppe, die auch früher nicht unbeträchtlich gewesen sein dürfte, hat heute keinen Grund mehr, Kirchensteuer zu bezahlen. Parallel zur Säkularisierung kam es sowohl in dem protestantischen als auch in dem katholischen Raum zu einer vertieften und bewussteren Teilnahme am kirchlichen Leben von Seiten der engagierten (und ab und zu rebellischen) Laien, die stets eine Minderheit gewesen waren.
Andererseits verliert die Religion in der übrigen Welt keineswegs an Einfluss. In den Vereinigte Staaten Amerika und Lateinamerika beispielsweise zeigen Studien, dass die Religion nach wie vor ein wichtiger Faktor ist, in Afrika südlich der Sahara wuchs das Christentum in dem 20. Jahrhundert von 8 auf 335 Millionen, in der arabischen Welt ist der (oft konservative) Islam nach wie vor das prägende Element der Gesellschaft. In China zählen trotz jahrelangem staatlichem Atheismus die Weltreligionen wieder 100 Millionen Anhänger.
"Die Missachtung der Religion führt zur Missachtung der menschlichen Pflichten." (Jean-Jacques Rousseau)
"Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes." (Karl Marx)
Als William James vom Glauben an Gott als Möglichkeit, Feiertage vor dem eigenen Gewissen zu rechtfertigen, sprach, hätte man das Ziel vermuten können, Marx' Standpunkt zu bestätigen. Offensichtlich wollte Marx nicht, dass Revolutionäre Urlaub nehmen, bevor ihre Arbeit getan ist.
Buch-Tipp: Die Regeln des Glücks. Die Regeln des Glücks Dieses Buch hat mich häufig bewegt, es stets wieder aufzuschlagen, nachzulesen, nachzudenken.
Bei Fragen des Leids war/ist es sehr hilfreich und ich habe
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Gründe für den Rückgang von Religion in Europa | |
Wie oben angesprochen befinden sich die Weltreligionen in Industrieländern auf dem Rückgang. Dieser Rückgang verläuft offensichtlich parallel zu wachsendem Wohlstand und sozialem Wohlbefinden. Die Gründe für die Abnahme sind kompliziert und wenig verstanden, aber enthalten wahrscheinlich einige der folgenden Punkte:
- Fehlender sozialer Druck: Während noch vor 100 Jahren jemand, der nicht Kirchenmitglied war, dadurch vielerorts zu dem Außenseiter wurde, spielt die Mitgliedschaft in einer (bestimmten) Religion heute keine Rolle mehr bei der sozialen Integration.
- Individuelle Freiheit: Viele Religionen schränken individuelle Freiheiten ein, etwa indem sie die dauerhafte Verschleierung von Frauen vorschreiben, Homosexuellen lebenslange Keuschheit auferlegen oder vorehelichen heterosexuellen Geschlechtsverkehr verbieten. Diese Eingriffeins Privatleben stehen jedoch für viele in dem Widerspruch zu einer modernen Ethik, die sich am Leitbild menschlicher Freiheit orientiert.
- Unglaubwürdigkeit: Schon stets hat es in den religiösen Lehren einen sichtbaren Widerspruch zwischen theoretischem Anspruch und praktischer Wirklichkeit gegeben. Während solche Missstände in dem Mittelalter und der frühen Neuzeit nicht selten zu religiösen Erneuerungsbewegungen führten, haben sie heute eher eine Abkehr von der Religion zur Folge.
- Soziale Manipulation: Viele Atheisten und Agnostiker betrachten religiöse und spirituelle Lehre in der frühen Kindheit als eine Form von Gehirnwäsche oder gesellschaftlicher Angleichung. Manche stimmen weiter mit der marxschen Sichtweise überein, nach der Religion "das Opium des Volkes" sei, also die Menschen zur passiven Hinnahme ihrer sozialen Wirklichkeit verdamme.
- Mangelnde Nachvollziehbarkeit: Religionen postulieren die Existenz einer unsichtbaren Wirklichkeit jenseits der sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen. Menschen, die von der der Weltanschauung des wissenschaftlichen Naturalismus geprägt sind, haben große Schwierigkeiten, sich mit solchen metaphysischen Aussagen anzufreunden und sie sich konkret vorzustellen.
- Unverstandene Rituale: Unverstandene Rituale wirken häufig langweilig, monoton und wenig anziehend.
- Gleichgültigkeit: Manche Religionen verlangen von ihren Anhängern so wenig Engagement, dass manche ihrer Mitglieder de fakto ihr Leben ohne Einfluss der Religion gestalten können und die Religion von daher als irrelevant ansehen.
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Gründe für das Weiterleben von Religion | |
Dass viele Menschen trotz Aufklärung und moderner Religionskritik an ihrem Glauben festhalten, hat mit positiven Erfahrungen zu tun, die sie mit ihrer Religion verbinden. Für die Gläubigen spielen dabei häufig die folgenden Faktoren eine entscheidende Rolle:
- Sinngebung: Religionen postulieren eine Realität jenseits des physisch Wahrnehmbaren sowie häufig ein Leben nachdem Tod. Sie ermöglichen so eine Sinngebung, die als fundierter empfunden wird als eine Sinngebung, die durch die als unbefriedigend erlebte Welt und die eigene Sterblichkeit limitiert ist.
- Gemeinschaft: Religionsgemeinschaften bieten ihren Mitgliedern stabile soziale Strukturen.
- Soziales Engagement: Viele Religionen bieten ihren Mitgliedern Motivationen und Gelegenheiten für soziales Engagement. Häufig wird in dem Umkehrschluss empfunden, dass solche Motivationen und Gelegenheiten ca. in dem Rahmen religiöser Gemeinschaften möglich seien.
- Ethik: Praktisch alle Religionen setzen einen, häufig rigorosen, ethischen Standard. Manche Menschen befürchten, ohne solche religiöses Fundament würden ethische Standards in der Praxis stark reduziert ("Ohne Gott ist alles erlaubt.").
- Mäßigung und Disziplin: Viele Religionen setzen dem Verhalten ihrer Anhänger Grenzen. Ihre Anhänger sind der Ansicht, diese Beschränkungen seien nützlich, um den relativen Wert der betreffenden Aktivitäten zu erkennen, oder in manchen Fällen um die Gesellschaft und den einzelnen selbst vor destruktiven Exzessen zu schützen.
- Spirituelle Erlebnisse: Religiöse Aktivitäten wie Gebet oder Meditation oder auch die Sinneseindrücke und Symbolik von religiösen Zeremonien führen bei manchen Menschen zu spirituellen Empfindungen.
Buch-Tipp: Philosophie des Zen-Buddhismus. Beschreibung der Unbeschreibbarkeit Wie beschreibt man eine Religion, die sich über die Unbeschreibbarkeit seiner Inhalte definiert? Byung-Chul Han wählt die Methode der Abgrenzung von anderen Religionen und Philosophien, sowie von den, seiner Meinung nach, falschen Interpretationen des Zen-Buddhismus durch westliche Philosophen. Hegel habe beispielsweise... |
Positive und negative Wirkungen von Religion | |
Häufig wird der Streit zwischen Befürwortern und Gegnern einer Religion in Form einer Schaden-Nutzen-Analyse ausgetragen. Allerdings sagt das wenig über den Wahrheitswert von religiösen Botschaften aus. Dies sollte in dem Folgenden bedacht werden.
Buch-Tipp: Tag für Tag zur Mitte finden. Lesebuch durch das Jahr Regt zu dem Nachdenken an Zugegeben, ich bin kein tiefreligiöser Mensch und durch die Lektüre dieses Buches auch nicht gläubiger Buddhist geworden. Doch da mich die Person Dalai Lama zutiefst beeindruckt, habe ich nach Lektüre über ihn gesucht. Gefunden habe ich unter anderem dieses Buch mit Gedanken für jeden Tag.
Das Konzept ist denkbar einfach:... |
Heutiger Nutzen von Religion | |
Religionen bieten viel Inspiration für Mitgefühl, praktische Nächstenliebe und moralische Selbsteinschränkung.
Alle großen Weltreligionen fordern als Barmherzigkeit von ihren Mitgliedern sich fürsorglich um andere Menschen zu kümmern. Hierbei ist es fast stets unerheblich ob diese der eigenen Religionsgemeinschaft angehören oder nicht. So ist in dem Islam z.B. vorgeschrieben, dass jeder einen festen Anteil seines Einkommens mindestens für soziale Zwecke spenden soll. Besondere Hilfe und Fürsorge wird natürlich aber den Mitglieder der eigenen Religionsgemeinschaft zukommen gelassen. Ein besonderer Aspekt der Religion ist der Frieden stiffende, welche besonders in dem Gebot der Feindesliebe Ausdruck findet.
Es lässt sich beobachten, dass das Christentum für die Gründung vieler großer Universitäten und einfacher Schulen, den Aufbau von Hospitälern den Vorläufern der heutigen Krankenhäuser, das Verteilen von Nahrungsmitteln und die Schaffung von Waisenhäusern verantwortlich ist, um ein paar Beispiele zu bezeichnen. Andere Religionen und weltliche Organisationen haben in dem Rahmen ihrer Kulturen und in dem Verhältnis zu ihrer Größe und ihrem Reichtum vergleichbare Arbeit geleistet.
Die Forschungen von Abraham Maslow nachdem Zweiten Weltkrieg zeigten, dass die Überlebenden des Holocaust häufig die mit starken religiösen Überzeugungen (nicht notwendigerweise Tempelanwesenheit etc.) waren. Die humanistische Psychologie fing an, zu erforschen, wie eine religiöse oder spirituelle Persönlichkeit mit längerer Lebensdauer und besserer Gesundheit verknüpft ist. Menschen brauchen möglicherweise insbesondere religiöse Ideen, weil diese verschiedene emotionale Bedürfnisse wie das Bedürfnis, geliebt zu werden, das Bedürfnis, zu einer gleichförmigen Gruppe zu gehören, das Bedürfnis nach verständlichen Erklärungen oder das Bedürfnis nach Gerechtigkeit befriedigen.
Maslows Ergebnisse haben sich in anderen Zusammenhängen nicht als wiederholbar erwiesen. Die ausschlaggebenden Faktoren können den Sinn von Zweckmäßigkeit, extreme Überzeugungen in dem Allgemeinen, oder andere Umstände die ab und zu mit religiösem Glauben in Verbindung gebracht werden einschließen, und/oder sind spezifisch für Überlebende des Holocaust. Der besondere Umstand, dass Religion das primäre Auswahlkriterium für die Forschungssubjekte war, könnte eine Verzerrung eingeführt haben.=== Verbrechen im Namen der Religion ===
Im Namen verschiedener Religionen wurden grausige Hinrichtungen ausgeführt und zahlreiche Morde verübt, deren Gesamtzahl in die Millionen geht.
Einige Glaubensanhänger sind der Ansicht, dass solche Verbrechen lediglich von einem Missbrauch der Religion zeugten. Allerdings widersprach das Handeln der Täter ca. selten den zu ihrer Zeit gültigen Auffassungen von Religion. So dürfte es zu dem Beispiel schwierig sein, der von der römisch-katholischen Kirche eingerichteten Inquisition einen Missbrauch ihres Glaubens nachzuweisen.
Dagegen vertreten manche Atheisten die Meinung, dass jeder der menschlichen Vernunft entrückte Glaube den Keim zu dem Verbrechen in sich trage, weil den Gläubigen die "göttliche Wahrheit" wichtiger sei als alle weltliche Ethik. Jedoch darf man bei einer solchen Argumentation nicht vergessen, dass es heute in fast jeder Religion so genannte liberale Strömungen gibt, die es sich zu dem Anliegen gemacht haben, ihren Glauben an die ethischen Forderungen der Moderne anzupassen.
Als Verbrechen, die in dem Namen der Religion begangen wurden, gelten unter anderem :
Erst die Aufklärung hat solche Massenverbrechen in dem Namen der Religion ihrer Zahl nach reduziert, indem sie die Religion auf einen privaten Glauben zurechtgestutzt hat, der anderen nicht länger aufgedrängt werden darf. Religiöse Verbrechen finden jedoch auch zusätzlich dort statt, wo religiöse Kräfte Einfluss auf nationale und supranationale Strukturen haben.
- Seit der islamischen Revolution von 1979 sind in Iran vermutlich tausende Menschen wegen des Vorwurfs der Homosexualität ermordet worden. In dem christlichen Namibia machten religiöse Führer Lesben und Schwule in den 1990er Jahren für die Dürre in dem Land verantwortlich und sorgten zusammen mit der Regierung für zunehmende homophobe Gewalt auf den Straßen. [1] (http://www.mask.org.za/SECTIONS/AfricaPerCountry/ABC/namibia/namibia_8.htm)
- In Indien verbrannten Hindus 1999 den christlichen Leiter eines Lepraspitals zusammen mit seinen Söhnen lebendigen Leibes in seinem Auto. In Saudiarabien wurde 2004 ein indischer Mitarbeiter einer Fluggesellschaft verhaftet und gefoltert, weil er nicht am islamischen Abendgebet teilgenommen hatte.
In Ruanda, dem christlichsten Land Afrikas, geschah 1994 mit ungefähr 800 Tausend Toten der drittgrößte Völkermord der Menscheitsgeschichte. Christen ermordeten Christen mit Macheten - Lehrer ihre Schüler, Ärzte ihre Patienten und Nonnen ihre Schwestern.
Solange Religionen über politische Macht und gesellschaftlichen Einfluss verfügen – so meinen einige Kritiker –, werden sich solche Verbrechen zwangsläufig wiederholen.
Eine Übersicht der Religionsthemen in Library bietet das Portal Religion.
Buch-Tipp: Wie Siddharta zum Buddha wurde. Eine Einführung in den Buddhismus. Eine rundherum gelungene Einführung zu dem Thema Buddhismus Thich Nhat Hanh erzählt in diesem Buch auf lebendige Weise die Lebensgeschichte des Buddha. Ich kann den anderen Rezensenten ca. beipflichten: So lebendig, als sei er selbst dabei gewesen, so leicht verständlich, daß wirklich jeder der Geschichte folgen kann, so unterhaltsam und mitreißend,... |
Zitate; andere Definitionen von Religion |
- Religion ist das was ein Individuum mit seiner Einsamkeit tut Alfred North Whitehead
- RELIGION, die - Eine Tochter von Hoffnung und Furcht, die der Unwissenheit die Natur des Unverständlichen erklärt. Ambrose Bierce
- Religion, was stets sie sei, ist eines Menschen totale Reaktion auf das Leben. William James
- Wenn's ums Geld geht, gehören alle der gleichen Religion an. Voltaire
- Die Furcht vor dem Unsichtbaren ist die natürliche Saat dessen, was jeder für sich Religion bezeichnet. Thomas Hobbes
- Religion ist einer Kindheitsneurose vergleichbar. Sigmund Freud
- Religion heißt Rechtes zu tun. Sie heißt zu lieben, zu dienen, zu denken, bescheiden zu sein. Ralph Waldo Emerson
- Religion ist das Ergriffensein von dem, was den Menschen unbedingt angeht. Paul Tillich
- An Gott glauben heißt: die Frage nachdem Sinn des Lebens verstehen; sehen, dass es mit den Tatsachen dieser Welt noch nicht abgetan ist; sehen, dass das Leben einen Sinn hat. Wir fühlen, dass, selbst wenn alle ‘möglichen’ wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind, unsere Lebensprobleme noch gar nicht berührt sind. Ludwig Wittgenstein
- Die Menschen erwarten von den verschiedenen Religionen Antwort auf die ungelösten Rätsel des menschlichen Daseins, die heute wie von je die Herzen der Menschen in dem tiefsten bewegen: Was ist der Mensch? Was ist Sinn und Absicht unseres Lebens? Was ist gut? Was ist Sünde? Woher kommt das Leid und welchen Sinn hat es? Was ist der Weg zu dem wahren Glück? Was sind der Tod, das Gericht und die Vergeltung nachdem Tod? Und schließlich: Was ist jenes letzte und unsagbare Geheimnis unserer Existenz, aus dem wir kommen und wohin wir gehen? Zweites Vatikanisches Konzil
- Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen, das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes. Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks: Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also in dem Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist. [...] Die Religion ist ca. die illusorische Sonne, die sich um den Menschen bewegt, solange er sich nicht um sich selbst bewegt. Karl Marx
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